Corona

Falschnachrichten über WhatsApp und Co.

Vorsicht bei Nachrichten über den Coronavirus, die über Messenger und soziale Medien verbreitet werden.

Noch schneller als Corona verbreiten sich momentan Falschmeldungen über die Pandemie. Über Messengerdienste wie z.B. WhatsApp oder Telegram und sozialen Medien tauchen zum Teil abstruse, zum Teil seriös wirkende Nachrichten. Allerdings sind es häufig "Fake News", die nur weiter Panik streuen oder die versuchen, aus dieser Ausnahmesituation Profit zu schlagen.

Diese Falschnachrichten gibt es momentan

Die Supermärkte werden in den nächsten Tagen geschlossen oder machen nur noch wenige Stunden am Tag auf.
Durch Hamsterkäufe von einzelnen Personen scheinen die Regale leer zu sein. Die Versorgung mit Lebensmitteln ist grundlegend gewährleistet.

Die Bundesregierung kündigt bald "massive weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens" an.
Das Bundesgesundheitsministerium hat dieses Gerücht schon mehrfach dementiert.

Falsche Versprechen von Wundermitteln. Ob Kuhurin, Knoblauch, Zahnpasta oder Alkohol.
Bisher haben sich alle vermeintlichen Heilmitteln als nicht wirksam herausgestellt.

Es gibt ein Heilmittel/eine Impfung für Corona.
Richtig ist, dass rund um die Welt mit Hochdruck nach einem Heilmittel geforscht wird und es gibt Fortschritte, aber es wird dennoch dauern, bis ein Gegenmittel so ausgiebig getestet wurde, dass es eingesetzt werden kann.

Ibuprofen erhöht das Risiko, sich mit dem Coronavirus zu infizieren.
Bei dieser Falschmeldung wird die Uni Wien als Quelle genannt. Diese hat die Meldung aber dementiert. Was hingegen noch nicht wissenschaftlich untersucht wird, ob durch die blutverdünnende Wirkung von Ibuprofen, der Krankheitsverlauf von COVID-19 schwerer verläuft. Ein WHO-Sprecher allerdings warnte trotzdem bereits vor Ibuprofen ohne ärtzlichen Rat.

Selbstdiagnose durch Atemübung.
Die Anleitung kommt in verschiedenen Versionen meist als Video. Danach soll man 10 Sekunden die Luft anhalten. Wenn man dabei ein Engegefühl in der Brust verspürt, dann hätte man sich COVID-19 angesteckt. Tatsächlich hat so eine Diagnose nicht die geringste Aussagekraft. Um eine Infizierung festzustellen ist unbedingt eine ärztliche Untersuchung notwendig. Hierfür werden Abstriche aus dem Mund-Rachen-Raum entnommen.

Regelmäßig Wasser trinken schützt vor einer Infektion
Tatsächlich ist es wichtig ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Es ist aber falsch, dass wenn man alle 15 Minuten Wasser trinkt, die Viren aus dem Mundraum in den Magen gespült werden und dort von der Magensäure vernichtet werden. Der Coronavirus gelangt
über sämtliche Schleimhäute in den Körper. Dazu zählt neben dem Mundraum z.B. auch die Augen und Nase.

Gefahr durch Produkte aus China und Italien
Fakt ist, dass der Coronavirus mehrere Tage auf Oberflächen überleben kann. Deshalb, so das Gerücht, soll man Pakete und Lebensmittel aus Italien und China meiden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht allerdings davon aus, dass die Ansteckung über Oberflächen sehr gering ist.

UV-Desinfektionslampe töten das Coronavirus
Mit großen Versprechungen werden im Netz UV-Lampen angeboten, die Viren und Bakterien töten sollen. Allerdings können solche Lampen mehr Schaden anrichten, als sie nützen. Denn zum Teil können die UV-Lampen Hautschäden hervorrufen.

Vorsicht vor Enkeltrick

Nicht nur online wird die Verunsicherung verbreitet. So benutzen momentan auch Trickbetrüger den "Enkeltrick" um an Geld zu kommen: Dabei werden ältere Menschen angerufen und sich als ihr Enkel ausgegeben. Der vermeintliche Enkel gibt vor, mit Corona infiziert im Krankenhaus zu liegen und Geld für Medikamente zu benötigen.

Was tun, wenn ich Gerüchte oder Falschmeldungen erhalte

  • Leite diese Nachrichten nicht einfach weiter.
  • Hinterfrage die Nachricht: Wer hat diese Nachricht geschickt? Woher hat diese Person die Information? Gibt es seriöse Quellen (Wissenschaftler, seriöse Medien, offizielle Behörden) für die Behauptungen? Oder kommt die Nachricht aus einer anonymen Quelle?
  • Sei misstrauisch. Vor allem wenn die Aussagen von "Bekannten, die Kontakt zum Katastrophenschutz/hohen Politikern die wirklich Bescheid wissen" kommen.
  • Prüfe nach: Häufig werden Gerüchte und Falschmeldungen mit Zitaten von Forschern oder Politikern gespickt, die aber aus dem Zusammenhang gerissen wurden. Sehen Sie nach, ob das wirklich so in einem Statement steht. Oft ergibt sich nämlich aus dem Kontext eine ganz andere Aussage.
  • Guck, ob es bei seriösen Quellen, Behörden oder Ministerien, wie dem Gesundheitsministerium gesicherte Informationen zum Thema gibt.
  • Spreche Deine Sorgen, Fragen und Zweifel aus. Was denken Deine Freunde und Bekannte über die Meldungen? Frage Menschen, die sich fachlich mit dem Thema auskennen.
  • Mach eine Nachrichten-Auszeit. Die ganze Informationsflut ist eine Reizüberflutung. Das verunsichert auf die Dauer.
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